marc – la radio

es gibt sie noch – die läden, die niemand erwartet.
bei
einem bummel in paris zwischen den grands boulevards
und dem montmartre, treffen wir in der rue crétet auf solch ein juwel. das schaufenster der phono galerie besteht aus dem blick in das bis auf den letzten zentimeter mit alten grammophonen und walzengeräten vollgestellte geschäft.

man hat ein gefühl wie in alice im wunderland.
vorsichtig schlängle ich mich durch die schmalen gänge.
hier stehen geräte aus zeiten seitdem es reproduzierbare musik gibt. walzengrammophone, schellackgrammophone, hifigeräte aus analog-zeiten, auch die phonokoffer der
50er bis 80er jahre sind vertreten. ich habe so eine vage erinnerung an die strände der 70er jahre, als sie von den jungs mit ans meer genommen wurden. auch die dazugehörenden tonträger sind in hülle und fülle vorhanden, schellacks, vinyls, walzen.

plakate und werbefiguren dürfen nicht fehlen.
josephine baker in typischem bananenröckchen steht neben
dem jack russel terrier von “his masters voice”.

jalal aro, der besitzer des geschäfts erzählt von seiner internationalen kundschaft.
“die walzen verkaufe ich in die ganze welt, kunde ist wer ein abspielgerät hat”. ich war erstaunt über die deckenhohen regale, voll mit schachteln dieser fast schon antik zu nennenden tonträger.
ein altes werbeplakat für grammophone, auf dem papageien
und ein kakadu den klängen lauschen erregt meine aufmerksamkeit und veranlasst jalal eine geschichte zu erzählen.

” mein freund marc hatte einen wunderschönen papagei,
der aber leider trotz all seiner bemühungen nicht sprechen wollte. eine tierpsychologin gab ihm den rat, doch tagsüber, wenn er ausser haus ist, das radio laufen zu lassen, damit sich der papagei an die stimmen gewöhnen könne. marc liess also schon seit drei wochen das radio tagsüber laufen. eines morgens war er sehr in eile und war schon an der haustüre, auf das radio hatt er vergessen. da tönte es aus dem wohnzimmer “marc – la radio”. der papagei
hatte sprechen gelernt und sich auch den namen seines herrchens eingeprägt – dank dem radio”

die phonogalerie verfügt über eine informative website,
die neben allen erdenklichen produkten auch veranstaltungen rund um das thema musik, instrumente, jazz etc. verlinkt

http://www.phonogalerie.com/

 

 

 

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metro à paris

ich liebe die pariser metro. es gibt viele gründe.
den geruch, der mir das gefühl gibt in der stadt zu sein,
in der ich mich rundum wohlfühle auch wenns stinkt
oder schüttet.

die plakate, die mit dem leben der menschen
vollkommen neue bilder ergeben.

die graffitis, die genau mit diesem gegensatz spielen.

und die vielen überraschungen und begegnungen.
dazu zählen die musiker in den metrostationen.
ende november am bahnsteig von “republique”
kommen uns klänge entgegen, die uns sofort
gefangen nehmen und unsere neugier wecken.

pedro kouaté, ein musiker aus dem mali, seit 10 jahren
in paris, spielt hier und verzaubert das publikum.
er hat karriere gemacht, spielt in angesagten clubs.

trotzdem dürfen wir hier seiner musik lauschen.
wir kommen ins gespräch, lassen einige metros fahren.
solche begegnungen gibts nur in paris.

besucht auch mal seine klangvolle website

http://www.pedrokouyate.com/

 

 

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